Zwischen digitaler Kommunikation und werteorientierten Zertifizierungen: Interview mit Giulia
Hinter jedem Bild, jedem Wort und jedem Zertifizierungsprojekt des Tritone steht Teamarbeit – getragen von Klarheit und Konsequenz. Wir haben Giulia getroffen, die seit zwei Jahren unsere Kommunikation und digitale Identität verantwortet, um besser zu verstehen, wie sich thermale Tradition in eine zeitgemäße und verantwortungsbewusste Sprache übersetzen lässt.
Wer sind Sie, welche Rolle haben Sie – und welcher Weg hat Sie hierhergeführt?
Ich heiße Giulia, bin 26 Jahre alt und arbeite seit etwa zwei Jahren im Hotel Tritone, wo ich für die Kommunikation und die digitale Identität des Hauses zuständig bin. Ich betreue insbesondere unsere Social-Media-Kanäle, Kampagnen und Newsletter – mit dem Ziel, die Philosophie des Hotels in eine moderne Sprache zu übertragen, ohne seinen authentischen Charakter zu verlieren.
Mein akademischer Hintergrund liegt in Internationalen Beziehungen und Sprachen, mit einem Schwerpunkt auf Marketing. Während meines Studiums habe ich mehrere Erasmus-Aufenthalte und Praktika im Ausland absolviert – Erfahrungen, die mich gelehrt haben, Kontexte und Menschen aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten, kulturelle Sensibilität zu entwickeln, mich flexibel anzupassen und auf Details zu achten – Fähigkeiten, die in der Kommunikation von Hospitality essenziell sind.
Nach einem Praktikum in einer Marketingagentur bin ich in die Welt der Hotellerie eingestiegen, in der Kommunikation, Gästeerlebnis und Beziehungspflege zu einer einzigen Sprache verschmelzen.
Neben der täglichen Kommunikation arbeite ich auch an bereichsübergreifenden Projekten mit, insbesondere an Zertifizierungs- und Entwicklungsinitiativen, die Koordination, Genauigkeit und eine gemeinsame Vision erfordern.
Sie sind in einer Phase großer Veränderungen zum Tritone gekommen. Wie haben Sie die Öffnung zu Social Media erlebt – und welche Rolle spielt digitales Storytelling heute?
Die Öffnung zu Social Media war ein natürlicher Schritt – und zugleich ein sehr bedeutender. Heute wählen Menschen einen Ort oft anhand dessen, was sie online sehen. Instagram ist zur ersten Begegnung geworden, gewissermaßen zu einer neuen, emotionalen Broschüre.
Unser Ziel ist nicht, das Hotel bloß zu zeigen, sondern eine Art von Gastlichkeit spürbar zu machen. Digitales Storytelling ermöglicht es uns, einen kultivierten, zurückhaltenden Luxus zu erzählen – geprägt von Atmosphäre, Rhythmus und Empfindungen; einen Raum, in dem Tradition und Gegenwart zusammenfinden, ohne an Authentizität zu verlieren.
Welche Details machen Gastlichkeit unvergesslich?
Mehr als ein einzelnes Detail ist es – würde ich sagen – ein Gefühl, eine Haltung. Im Tritone sprechen wir nicht nur über Leistungen, sondern darüber, wie man sich während des Aufenthalts fühlt. Wahrer Luxus ist das Empfinden, am richtigen Ort zu sein – im richtigen Tempo: wenn alles harmonisch und natürlich wirkt, fast unmerklich.
Es ist ein Erlebnis, an das man sich nicht wegen eines spezifischen Elements erinnert, sondern wegen des Gesamteindrucks, der bleibt.
Warum ist es heute wichtig, Werte zu zertifizieren – zum Beispiel Gleichstellung?
Werte zu benennen ist wichtig; sie konkret nachweisbar zu machen, ist noch wichtiger. Eine Zertifizierung bedeutet, Verantwortung zu übernehmen: sicherzustellen, dass jeder Mensch wertgeschätzt, geschützt und in die bestmögliche Lage versetzt wird, seine Rolle optimal auszufüllen.
In der Hotellerie spiegelt sich das unmittelbar im Gästeerlebnis wider – denn ein ausgewogenes Arbeitsumfeld führt ganz selbstverständlich zu einer authentischeren, menschlicheren Gastlichkeit.
Wie hat die Zertifizierung das interne Klima verändert?
Sie hat Bewusstsein und Struktur geschaffen. Viele positive Dynamiken waren bereits vorhanden, doch durch die formale Verankerung entstanden mehr Klarheit, mehr Dialog und mehr Beteiligung.
Wenn Menschen sich respektiert und geschützt fühlen, arbeiten sie mit größerer Gelassenheit. Gäste sehen den Prozess nicht – aber sie nehmen die Balance wahr.
Und die Umwelt: Wie kann ein Thermenhotel wirklich nachhaltig sein, ohne auf Komfort zu verzichten?
Nachhaltigkeit ist kein Verzicht, sondern bewusstes Gestalten. Es bedeutet, Technologie, Materialien und Organisation intelligent zu verbinden.
Wir nutzen Thermalwasser auch als Energiequelle zur Beheizung der Räume und gewinnen Regenwasser zur Bewässerung des Parks zurück. Parallel reduzieren wir den Einsatz von Kunststoff, optimieren Verbräuche und wählen bei baulichen Maßnahmen verantwortungsvolle Materialien.
Jede Entscheidung folgt einem Prinzip der Balance: höchste Standards bewahren und zugleich die Umweltbelastung reduzieren. Wahrer Luxus liegt heute genau darin – Qualität zu bieten, ohne zu verschwenden.
Wie schützen Sie natürliche Ressourcen wie Thermalwasser und Fango?
Thermalismus ist wissenschaftliches Erbe und zugleich Teil der regionalen Identität. Deshalb arbeiten wir mit Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen zusammen, ebenso mit dem Centro Studi Termali Pietro d’Abano, um die Erforschung von Fango und Thermalwasser voranzubringen – beides zentrale Elemente unserer Identität: von der Erstellung einer Datenbank der Mikroorganismen des Thermalfangos, die die für seine therapeutischen Eigenschaften verantwortlichen Cyanobakterien schützt und untersucht, bis hin zur Zusammenarbeit mit der Universität Padua zur Förderung der Ausbildung in der Thermalmedizin.
Ressourcen zu schützen bedeutet, sie zu kennen, zu erforschen und weiterzugeben. Neben der Forschung gehört dazu auch die tägliche Praxis: ein verantwortungsvoller Umgang mit Wasser, Sensibilisierung der Gäste und eine sorgfältige Steuerung thermaler Kreisläufe.
Ziel ist es, eine natürliche und kulturelle Einzigartigkeit zu bewahren – nicht nur für die Gegenwart, sondern auch für kommende Generationen.
Nehmen Sie etwas von dieser Harmonie mit in Ihr Privatleben?
Ja – vor allem die Erkenntnis, dass Wohlbefinden nicht nur Therapie, sondern auch Prävention ist. Ich habe gelernt, Rhythmus, Zeit und tägliches Gleichgewicht stärker zu schätzen. Gut und gesund länger zu leben ist kein Zufall; es ist das Ergebnis bewusster Entscheidungen und eines Umfelds, das Gelassenheit und Gesundheit unterstützt.
Diese Philosophie begleitet mich auch außerhalb der Arbeit.
Was gibt Ihnen in Ihrer Arbeit die größte Zufriedenheit?
Ganz klar: Ergebnisse. Aber nicht als isolierte Ziele – die Zufriedenheit entsteht aus dem Wissen, dass sie das Resultat von Teamarbeit sind.
Jede Abteilung trägt bei – Operative, Rezeption, Direktion – und die Kommunikation wird zum verbindenden Punkt all dieser Energien. Wenn Gäste diese Stimmigkeit spüren und sich wohlfühlen, wird Kommunikation zu einer konkreten, erlebbaren Erfahrung.
Auch die erreichten Zertifizierungen sind sehr bedeutend: Meilensteine, die über Zeit hinweg entstehen – durch gemeinsames Engagement.
Welche Botschaft möchten Sie heute vermitteln?
Nicht nur, einen Ort zu wählen, an dem man sich wohlfühlt – sondern einen Ort, der guttut.
Wohlbefinden umfasst heute auch Verantwortung: gegenüber sich selbst, gegenüber anderen und gegenüber der Umwelt. Unser Ziel ist es, ein Erlebnis zu bieten, das die Lebensqualität unserer Gäste verbessert, ohne das zu belasten, was sie umgibt.